Aus Amstetten 2010+ wird Amstetten 2020+ | Smart City
Die Stadt und die Betriebe - unser Weg zur energiepolitisch intelligenten Stadt
Die Stadtgemeinde Amstetten bekennt sich seit vielen Jahren klar zum Klima- und Umweltschutz und wurde in der Vergangenheit vielfach für Projekte ausgezeichnet. Im Jahr 2006 wurde das Nachhaltigkeitsprogramm „Amstetten 2010 + Zukunft aktiv gestalten“ ins Leben gerufen. „Die Zielsetzungen dieses Programms wurden weitestgehend erfüllt. Nun gilt es den weiteren Handlungshorizont – bis hin zum Jahr 2050 – zu beleuchten, um den sich stetig verändernden Gegebenheiten mit den richtigen Antworten begegnen zu können“, stellt Bgm. Ursula Puchebner fest, „die Durchführung des Projektes „Amstetten 2020 + Smart City“ ist eine gute Antwort auf die vielfältigen Herausforderungen, die in Zukunft im Umwelt- und Energiebereich auf uns zukommen werden. Wir tragen auch für nachfolgende Generationen Verantwortung in all unserem Tun und Handeln und es gilt alles daran zu setzen, dass unsere Stadt auch für all unsere Nachkommen lebenswert bleibt“.
Amstetten ist das regionale Wirtschaftszentrum des westlichen Mostviertels, eine hochindustrialisierte Stadt, deren Energieverbrauch und damit verbunden, die Emission von Treibhausgasen, wesentlich von den großen lokalen Dienstleistern und international erfolgreichen Industrieunternehmen geprägt wird. Betrieben, welche für die Stadt Amstetten und die Arbeitnehmer der Region von größter Bedeutung sind.
Die Projektorganisation wurde in Abstimmung mit den Projektberatern vom AIT so festgelegt, dass im Rahmen von drei zweitägigen Foren die Aufgabeninhalte „Vision 2050“, „Strategischer Fahrplan 2020+“ und „Aktionsplan 2012 - 2015“ erarbeitet wurden. Zukunft ist jener Zeitabschnitt, welcher besonders für die heutige Jugend wichtig ist. Deshalb wurden Jugendvertreter (die jüngste Teilnehmerin war 13 Jahre alt), BürgerInnen, VertreterInnen der Gemeinderatsfraktionen und von Gewerbe und Industrie sowie regionale EnergieexpertInnen in den Foren eingebunden und damit mehr als 70 Personen zur Mitarbeit an der Zukunft Amstettens gewonnen.
Beim Forum 1, im August 2011, wurde die Vision der Stadtgemeinde Amstetten für das Jahr 2050 erarbeitet. Ein kurzer Ausblick in das Jahr 2050 unserer Heimatstadt:
Amstetten ist eine erfolgreiche und prosperierende Stadt, welche aufgrund der wettbewerbsstarken und innovativen Dienstleistungs- und produzierenden Betriebe, ein (qualitatives) Wachstum an Wohnraum, Arbeitsplätzen, Bildungs- und Freizeitangebot vorweisen kann.
Zukunftsorientierte Bildung ist ein wesentlicher Motor für die die Kreativität und Schaffenskraft in der Stadt und der Region.
Der Selbstversorgungsgrad mit Energie und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln aus der Region wurde deutlich erhöht.
Die AmstettnerInnen leben in einer Stadt der kurzen Wege mit hoher Lebensqualität, eine intelligente und hochwertige Infrastruktur macht Amstetten zur Smart City. Die Bürger sind mobil, das Verkehrsaufkommen im motorisierten Individualverkehr wurde reduziert.
In Amstetten leben verschiedene Kulturen und die Generationen in einem wirklichen Miteinander, das gut funktionierende Freiwilligenwesen und die Nachbarschaftshilfe unterstützen die städtischen Aktivitäten um soziale Ausgewogenheit.
Durch den Bürgerdialog mit allen betroffenen Interessengruppen wollen wir einen neuartigen Umgang mit Energie und Mobilität im Sinne von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz erzielen.
Rahmen der rege geführten Gruppenarbeiten - Industrievertreter aus Amstetten informierten hierbei auch praxisnah von den eigenen Vorgangsweisen und positiven Ergebnissen - wurden technische Szenarien für die weitere energetische Entwicklung der Stadt und der Möglichkeiten der Stadtentwicklungsplanung diskutiert, andere Gruppen beschäftigten sich mit den Auswirkungen von möglichen Krisen. Anschließend wurden die erarbeiteten Szenariovorschläge auf Krisenfestigkeit geprüft.
Folgende Maßnahmenbündel wurden erarbeitet:
Maßnahmen im Bereich Gebäude
Gesamter Gebäudebestand bis 2040 thermisch saniert
Kontinuierliche Senkung des Ziel-Heizwärmebedarfes für Neubauten auf 10 kWh/m²/Jahr bis 2050
Flächendeckender Einsatz energieeffizienter Beleuchtung in Gebäuden bis 2050
Reduktion des Stromverbrauchs durch energieeffizientes Nutzerverhalten um 50% bis 2050
Maßnahmen im Bereich Mobilität
Deutliche Erhöhung des Besetzungsgrades von PKW und Bussen
Senkung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) auf ca. 50% des Verkehrsaufkommens
Erhöhung des Fußgänger- und Radfahreranteils sowie des öffentlichen Verkehrs
Maßnahmen im Bereich Industrie
kontinuierliche Effizienzsteigerung der produzierenden Industrie von 10% pro Dekade bis 2050
Maßnahmen im Bereich Energiebereitstellung Wärme
kontinuierliche Reduktion des Gasverbrauches auf etwa die Hälfte bis 2050
Erhöhung des Anteils an Bioenergie
Nutzung von Abwärme aus der Industrie für Fernwärme
2050 werden etwa 5% des Wärmebedarfes durch Solarkollektoren abgedeckt
Strom
2050 werden etwa 10% des Strombedarfes durch Photovoltaik abgedeckt Anteil an Wasserkraft erhöht sich bis 2050 auf etwa 10%
55% des Strombedarfes wird 2050 durch überregionalen Stromeinkauf abgedeckt
Der Rest wird durch Kraft-Wärmekopplungsanlagen erzeugt
„Im strategischen Fahrplan 2020+ und im Aktionsplan 2012- 2015 erfolgt die weitere Konkretisierung der Handlungsmöglichkeiten durch einen Mix unterschiedlicher Maßnahmen im Bereich Industrie & Gewerbe, der öffentlichen Hand (Stadtgemeinde Amstetten, Land NÖ und Republik Österreich) und bei den privaten Haushalten (Wohnbereich, Konsum, Verkehr, …), welche die langfristige Zielerreichung sicher stellen. „Amstetten 2020+ Smart City“ ist eine Maßnahme zur Stadtentwicklung unter dem Blickwinkel der Energiepolitik, aber auch ein wichtiges Instrument der Bürgerbeteiligung. Die Informationen über die Projektfortschritte sind wesentlich um Bewusstsein zu schaffen, denn es wird vieler kleiner Schritte bedürfen, um die gewünschten Verbesserungen zu erzielen“ so StR Ing. Katzengruber.Die strategische Stadtentwicklung soll die künftigen Erfordernisse der „Stadt der kurzen Wege“ sicherstellen und ist eine zentrale Aufgabe, die jetzt begonnen werden muss. Um diese große Maßnahme mit Akzeptanz verwirklichen zu können, müssen die AmstettnerInnen in diesen Gestaltungsprozess miteingebunden werden. Im Bereich der Mobilität gilt es aber auch über die Gemeindegrenzen hinauszudenken und nachhaltige Verkehrslösungen zu entwickeln,“ so Bgm. Ursula Puchebner.
v.l.n.r: StR. DI Laurentius Palmetzhofer (Stadtgemeinde Amstetten), Mag. Gerhard Riegler (STADTwerke Amstetten), Umweltgemeinderat Bernhard Wagner (Stadtgemeinde Amstetten), Mag. Hermann Gruber (Stadtgemeinde Amstetten), Bgm. Ursula Puchebner (Stadtgemeinde Amstetten), Ing. Alois Oberleitner (Doka Gmbh), DI Andreas Frohner (Austrian Institute of Technology), Dir. Ing. Robert Simmer (STADTwerke Amstetten), Ing. Martin Aichinger (Ertex Solar), Mag. (FH) Sigrid Schauer (Plattform für Innovationsmanagement)
Hier können sie das offizielle Ergebnisdokument downloaden:
Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „SMART ENERGY DEMO – fit4set“ durchgeführt.
27. – 28. Oktober 2011
Im dritten und letzten Forum von Amstetten 2020+ | Smart City wurde aufsgehenden von der Vision und der Roadmap ein Aktionsplan für den Zeitraum 2012 - 2015 erarbeitet. Vorst werden hier das Feedback sowie das Fotoprotokoll veröffentlicht. Weitere Ergebnisse finden Sie nach der nächsten Sitzung des Projektteams ab Anfang Dezember 2012.
Das Amstetten 2020+ - Stakeholder Forum 2 „Strategischer Fahrplan 2020“ hat von 3. bis 4. Oktober 2011 stattgefunden. Das Protokoll und Präsentationen finden Sie weiter unten zum Download. Wir freuen uns über das Engagement und laden zum Amstetten 2020+ - Stakeholder Forum 3 "Aktionsplan für 2012-2015“ von 27. bis 28. Oktober ein.
Das Amstetetn 2020+ - Stakeholder Forum 1 „Smart Energy Vision 2050“ hat von 16. bis 17. August 2011 stattgefunden. Das Protokoll und Präsentationen finden Sie weiter unten zum Download. Wir freuen uns über das Engagement und laden zum Amstetten 2020+ - Stakeholder Forum 2 „Roadmap for 2020 and beyond“ von 3. bis 4. Oktober ein.
Amstetten entwickelt seine Nachhaltigkeitsstrategie weiter
Amstetten 2020+ ist eines der Gewinnerprojekte des Programms Smart Energy Demo - FIT4Set des Klima- und Energiefonds, deren Ziel es ist, ausgewählte österreichische Städte und urbane Regionen bei ihrer Entwicklung zu "Null-Emissions-Städten" bzw. "Nachhaltigen urbanen Regionen" finanziell zu unterstützen.
Für Amstetten bedeutet das Projekt die konsequente Weiterführung der erfolgreichen Arbeiten aus dem Nachhaltigkeitsprogramm Amstetten 2010+. Die Stadtgemeinde Amstetten soll damit zu einer "Nachhaltigen urbanen Region" werden, welche als Vorbild für andere städtische Regionen innerhalb Europas dienen kann. Um dieses herausfordernde Ziel zu erreichen, ist es notwendig, eine langfristige Vision (Amstetten 2050) und eine Strategie zu entwickeln, die alle Bereiche des Energiesystems sowie deren Wechsel-wirkungen berücksichtigen. Die Umsetzung des Projekts Amstetten 2020+ erfolgt in einer Reihe von Workshops, in der neben den Projektpartnern, das sind die Stadtgemeinde Amstetten, STADTwerke Amstetten, Plattform für Innovationsmanagement, Ochsner Wärmepumpen, Ertex Solar, Doka/Umdasch Gruppe, Biowärme Amstetten West, Conlux sowie Enerpro, auch Vertreter von Bürgerinnen und Bürgern und Repräsentanten der Wirtschaft (Gewerbe und Industrie, Banken, Transportunternehmen, Wohnbau-gesellschaften, etc.) eingeladen werden. Die wissenschaftliche Betreuung des Projekts erfolgt durch ExpertInnen des Austrian Institutes of Technologie (AIT). Das Projekt Amstetten 2020+ läuft bis Ende Jänner 2012.
Für weitere Fragen steht Ihnen Gerhard Riegler (STADTwerke Amstetten) unter 07472/609-7013 oder per E-Mail unter
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gerne zur Verfügung.